100 Jahre

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Manchmal gibt es Menschen, die glaubt man schon 100 Jahre zu kennen, obwohl man sie eben erst gesehen hat.


So auch mit den Künstlern.


Ein Blick, und die Welt des Schaffenden öffnet sich hinter einem scheinbar undurchdringbaren Paravent. Jede Farbe und jeder Pinselstrich verlangt nach Urteilen und Kommentaren. Durch dieses fremde Auge wird Kunst erst greifbar und entwickelt sich zur exzessiven und gleichzeitig integrativen Kontemplation.


Der ikonologische Stil verschlüsselt inhaltliche Konstanten. Allein mit der Entschlüsselung und Systematisierung einer Symbolik ist noch nicht Geschichtswissenschft geleistet*. Geben wir uns der inhaltlichen Verständlichkeit hin, so impulsieren faßbare Fakten mit traditionellen Konstanten.


Der Puls der digitalen Scheinwelt fließt exponentiell mit der Verschmelzung von Historischen und Unhistorischen.
Der reale Raum erhebt sich bei der Kunst über den eigenen Bildraum und verlängert das eigenwärtige Bild.

 

So erhält der Künstler den Status des Unerreichbaren. Und empfängt gleichzeitig den Wunsch nach Integration. Die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit sind nie klar gezogen, sie sollen auch nicht erkannt werden*.

 

Und Goethe sagt:
Ins Sichere willst Du Dich betten!
Ich liebe mir inneren Streit:
Denn, wenn wir die Zweifel nicht hätten,
wo wäre denn frohe Gewissheit?

 

* Prof.Hermann Bauer,LMU, Rokokomalerei, Mäander Kunstverlag